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Mindestlohnideologen

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Mindestlohnideologen

Der gesetzliche Mindestlohn ist beschlossene Sache. Deshalb wird seine Auswirkung erstmals im Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute prognostiziert. Jahrelang waren sie gegen den Mindestlohn mit immer neuen Horrorzahlen Sturm gelaufen. Bis zu zwei Millionen Arbeitsplätze würde er kosten. Doch nun, wo Prognosen sich bald der Realität stellen müssen, werden sie vorsichtiger.

 

Karikatur ver.di Wer verurteilt den Mindestlohn?

Jetzt lässt sich die Wirkung „nur schwer abschätzen“. 200.000 wegfallende Jobs könnten es 2015 sein. Wie bitte? Plötzlich nur noch ein Bruchteil der früher behaupteten Zahlen? Und möglicherweise schlage sich diese Zahl künftig nicht einmal in der Statistik nieder, weil die Politik gegensteuern würde. Und positive Effekte durch eine Stärkung der Binnennachfrage gibt es angeblich auch nicht. Denn durch den Mindestlohn würden die Gewinne gedämpft. Mehrausgaben der Beschäftigten würden durch ein erzwungenes „Gürtel-enger-schnallen“ der Unternehmer wett gemacht. Dass große Teile der Gewinne überhaupt nicht nachfragewirksam ausgegeben werden, scheint egal zu sein. Was lehrt uns dies? Da glauben wir doch eher an den Osterhasen als an die ideologischen Behauptungen neoliberaler Wirtschaftsforscher. Frohe Ostern!