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Kollege Bundesbank?

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Kollege Bundesbank?

Überraschung! Die Bundesbank unterstützt kräftige Lohnzuwächse. Drei Prozent dürften es dieses Jahr schon sein. Jahrzehntelang lautete der Frankfurter Glaubenssatz, nur Lohnzurückhaltung schaffe Beschäftigung. Warum der Sinneswandel? Es ist die Angst vor einem Preisverfall auf breiter Front. Als Folge drohen Stagnation und hohe Arbeitslosigkeit. Zuletzt stiegen die Preise im Euroraum nur um 0,4 Prozent. Die Zentralbank hält einen Preisanstieg von zwei Prozent für angemessen. Das klappt nur, wenn die Löhne entsprechend steigen. Bei gut einem Prozent Produktivitätszuwachs um mindestens drei Prozent pro Jahr. Wenn so die Nachfrage in der größten Euro- Volkswirtschaft kräftig steigt, profitieren auch unsere kriselnden Nachbarn davon. Gut, dass die Bundesbank das jetzt auch so sieht.

 

Löhne ver.di Kollege Bundesbank

 

Ratschläge an die Tarifpartner reichen aber nicht. Wer höhere Löhne will, muss auch den Arbeitsmarkt neu ordnen. Erst mit Mindestlohn, mehr Tarifbindung und weniger unsicheren Jobs können alle Löhne kräftig steigen. Schlecht ist, dass die Bundesbank für Spanien, Portugal und Griechenland eine ganz andere Politik fordert: Tarifverträge sollen zerschlagen und die Gewerkschaften geschwächt werden. Diese „Strukturreformen“ brachten sinkende Löhne, soziales Elend, schrumpfende Wirtschaft – und sinkende Preise. Schluss damit!