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Bauland: Wohnen statt Profit!

Bauland: Wohnen statt Profit!

Die Kosten für den Neubau von Wohnungen steigen seit vielen Jahren stärker als die Verbraucherpreise und Löhne. Dadurch werden gerade neu gebaute Wohnungen für immer mehr Haushalte unbezahlbar – in Miete und Eigentum gleichermaßen.

Besonders stark sind dabei die Kosten für Bauland angestiegen, seit 2000 um fast 150 Prozent. Das Problem: Grund und Boden ist begrenzt, nicht vermehrbar und zugleich stark nachgefragt – was wenigen Landbesitzern Extraprofite auf Kosten der Allgemeinheit ermöglicht. Zudem greift Spekulation immer weiter um sich. Beides übrigens auch, weil Bund, Länder und Kommunen im Privatisierungswahn der letzten Jahrzehnte nicht nur Wohnungen, sondern auch Grundstücke in großem Stil verkauft haben.

Wohnungsbau: Grundstückskosten explodieren ver.di Bauland: Wohnen statt Profit!

Wir brauchen eine bodenpolitische Kehrtwende. Kommunen müssen finanziell wieder in die Lage versetzt werden, in großem Umfang Boden zu kaufen und so dem Markt zu entziehen. Wenn öffentliche Grundstücke verkauft werden, dann nur mit strikten sozialen und gemeinwohlorientierten Vorgaben. Eine sinnvolle Möglichkeit, Grundstücke zu sichern, sind längerfristige Erbbaurechtsverträge. Hier geht lediglich das Nutzungsrecht, nicht aber das Eigentum auf Private über. Und nicht zuletzt muss der Spekulation mit Grundstücken ein Riegel vorgeschoben werden, etwa durch eine höhere Grundsteuer auf baureifes Land.

Noch ein aktueller Hinweis:
ver.di unterstützt die Europäische Bürgerinitiative „Housing for all“. Sie sammelt Unterschriften für eine soziale Wohnungspolitik in Europa. Bestehende EU-Vorgaben, die gemeinwohlorientierten und öffentlichen Wohnungsbau ausbremsen, müssen geändert werden. Ein Flugblatt mit weiteren Informationen finden Sie hier: https://www.housingforall.eu/de/wohnen-muss-bezahlbar-sein-fuer-alle/