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Banken kriseln wieder

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Banken kriseln wieder

Die Bankenkrise ist zurück. Anfang März kollabierte die kalifornische Silicon Valley Bank (SVB). Sie war nicht mehr flüssig, da ihre Kunden das Vertrauen verloren und massenhaft Geld abzogen. Die Finanzaufsicht schloss die Bank und übernahm die Kontrolle. Anschließend brachen drei weitere US-Banken zusammen. Und die zweitgrößte Schweizer Bank wurde von der größten eidgenössischen Bank übernommen.

Ursächlich für das neue Bankenbeben ist ein Mix aus Zinswende und schlechter Finanzmarktregulierung. Die Zentralbanken haben in den letzten Monaten zu schnell die Zinsen erhöht. Aktuell liegt der US-Leitzins bei über fünf Prozent.

Wenn Zinsen steigen, fallen gleichzeitig die Kurse langfristiger Anleihen. Banken, die diese Wertpapiere vor Fälligkeit verkaufen müssen, weil Anleger ihr Geld abziehen, realisieren Verluste. Nach aktuellen Schätzungen sitzen US-Banken auf nicht verdauten Anleiheverlusten von rund 1,8 Billionen US-Dollar.

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Zudem sind US-Spareinlagen in Höhe von zehn Billionen US-Dollar nicht versichert. Wenn Panik ausbricht, räumen die Kunden sofort ihre Konten. Die Banken müssen dann ihre Anleihen mit Verlust verkaufen, um flüssig zu bleiben. Den betroffenen Geldhäusern droht die Pleite. 

Die Zentralbanken dürfen nicht weiter an der Zinsschraube drehen. Banken brauchen mehr Eigenkapital, Schattenbanken müssen stärker reguliert und Einlagen besser abgesichert werden. Nur so lässt sich die nächste Krise verhindern.