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Kindergeld: Arme Kinder!

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Kindergeld: Arme Kinder!

Steigende Kindergeldzahlungen ins Ausland haben eine große Debatte ausgelöst. Im Mittelpunkt der Kritik: rumänische und bulgarische Familien. Markus Söder, Christian Lindner und mehrere Oberbürgermeister fordern, Zahlungen von Kindergeld an die Lebenshaltungskosten der Länder anzupassen, in denen die Kinder leben.

Die Zahl von Kindergeldempfängern im Ausland ist im Vergleich zum letzten Jahr um etwa sieben Prozent gestiegen. Der Grund: Es gibt in Deutschland schlicht mehr Beschäftigte aus dem EU-Ausland. Allerdings wurden 2017 nur ein Prozent der Kindergeldzahlungen ins Ausland überwiesen. Und nur zehn Prozent davon gehen nach Rumänien oder Bulgarien.

Kindergeld ins Ausland ver.di Kindergeld: Arme Kinder!

Für ver.di ist klar: Eltern, die hier eine Arbeit ausüben und Steuern zahlen, haben Anspruch auf Kindergeld in voller Höhe. Das gilt übrigens auch für deutsche Beschäftigte, deren Kinder im Ausland leben – immerhin 15 Prozent der Fälle. Weniger Kindergeld für im Ausland lebende Kinder wäre diskriminierend und ist deshalb im EU-Recht verboten.

Als Vorwand für die Kindergeldkürzung sprechen nun manche von gezielter Migration in das deutsche Sozialsystem. Es wird auf Fälle krimineller Machenschaften hingewiesen. Doch Missbrauch und Betrug beim Kindergeld sind eine Aufgabe für Polizei, Steuerfahndung und Gerichte. Man darf nicht die ganz überwiegende Mehrheit Unschuldiger dafür bestrafen.