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Inflation - nicht für alle gleich

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Inflation - nicht für alle gleich

Die Inflation trifft ärmere Haushalte und Familien mit Kindern heftiger als andere. Denn sie geben einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für Energie und Nahrungsmittel aus. Also für jene Güter, bei denen die Preise im vergangenen Jahr besonders stark angestiegen waren. Das zeigen Auswertungen der Hans-Böckler-Stiftung für das Jahr 2022. Noch stärker sind Haushalte von der Teuerung betroffen, wenn sie in schlecht gedämmten Wohnungen leben oder weite Wege mit dem Auto fahren müssen.

Hinzu kommt: Ärmere Haushalte müssen ihr Einkommen für den täglichen Bedarf ausgeben. Zum Sparen bleibt da nichts mehr übrig. Steigende Preise treffen sie daher unmittelbar.

Inflationsraten, Balkendiagramm ver.di Wirtschaftspolitik aktuell 03 / 2023  – Inflationsraten

Die Bundesregierung hat drei Entlastungspakete geschnürt, um Haushalte vor steigenden Preisen zu schützen. Doch die Steuerentlastungen nützen vor allem höheren Einkommen. Von den Energiepreisbremsen profitieren Villenbesitzer mit beheiztem Schwimmbad mehr als Geringverdienende mit Zwei-Zimmer-Wohnung. Und einmalige Energiepreispauschalen können dauerhaft gestiegene Preise nicht auffangen.

Das beste Rezept gegen Inflation sind dauerhaft steigende Tariflöhne. Und da die Inflation kleine Einkommen härter trifft, brauchen diese ein besonders großes Plus. Deshalb setzt ver.di auch auf tabellenwirksame Mindestbeträge: Im öffentlichen Dienst etwa fordern wir mindestens 500 Euro mehr.