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    Sicherheit für Solo-Selbständige

    Sicherheit für Solo-Selbständige

    Solo-Selbstständige sind schlechter sozial abgesichert als abhängig Beschäftigte. Dies zeigte sich in der Corona-Krise. Die gesundheitspolitischen Eindämmungsmaßnahmen zwangen viele Selbstständige ihr Angebot einzuschränken. Besonders stark betroffen waren etwa Erziehung und Bildung, Kultur, körpernahe und andere Dienstleistungen. In diesen Wirtschaftszweigen arbeiten viele selbstständige Frauen.

    Im Juli 2021 gaben 44 Prozent der Solo-Selbstständigen an, durch die Corona-Pandemie Einkommenseinbußen erlitten zu haben. Bei den Frauen waren es 49 Prozent, bei den Männern 40 Prozent. Abhängig Beschäftigte waren weniger betroffen, hier mussten 21 Prozent Einkommensverluste hinnehmen.

    Grafik zu Einkommensverlusten nach Geschlecht ver.di Sicherheit für Solo-Selbständige  – Einkommensverluste nach Geschlecht

    Dies liegt auch an der schlechteren sozialen Absicherung von (Solo-) Selbstständigen. Die meisten sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, kaum jemand in der Arbeitslosenversicherung. Viele können oder wollen sich die Beiträge nicht leisten oder haben keinen Zugang zur Sozialversicherung. So haben Solo-Selbstständige keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Wenn sie ihr Einkommen verlieren, haben sie weiter hohe Ausgaben und sind auf Rücklagen oder auf Familie und Freunde angewiesen. Oder sie müssen Hartz IV beantragen.

    ver.di fordert, dass alle Beschäftigungsformen in das Sozialversicherungssystem eingebunden werden. Alle Erwerbstätigen brauchen Schutz vor Krankheit, Krise und im Alter!