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    Pandemie spitzt Ungleichheit zu

    Pandemie spitzt Ungleichheit zu

    Weltweit haben die Folgen der Pandemie die bestehende Ungleichheit weiter verschärft. Auch in Deutschland hat die ohnehin besonders starke Vermögenskonzentration weiter zugenommen. Das zeigt eine Studie der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam.

    Die Vermögenszuwächse der reichsten zehn Personen zwischen März 2020 und November 2021 entsprechen annähernd dem Gesamtvermögen der ärmsten 40 Prozent in Deutschland. Gleichzeitig liegt die Armutsquote mit 16,1 Prozent auf einem Höchststand. Beschäftigte wurden in Kurzarbeit geschickt und mussten Einkommenseinbußen hinnehmen. Die großen Unternehmen in Deutschland konnten so auch in der Pandemie hohe Gewinne erzielen. Es profitieren vor allem die Aktionärinnen und Aktionäre.

    Karikatur eines Coronagewinners ver.di Pandemie spitzt Ungleichheit zu

    Die zunehmende soziale Spaltung ist kein Naturgesetz. Starke Gewerkschaften und ein starker Sozialstaat können die Ungleichheit erfolgreich bekämpfen. Eine bessere Verhandlungsmacht der Beschäftigten würde für höhere Löhne und niedrigere Gewinne sorgen. Politik kann maßgeblich dazu beitragen, indem sie Tarifverträge stärkt, unsichere Beschäftigung zurückdrängt und Hartz IV überwindet. Darüber hinaus kann eine höhere Besteuerung großer Einkommen und Vermögen für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen.