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Für gleiche Verdienste im Osten!

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Für gleiche Verdienste im Osten!

Auch 30 Jahre nach der Vereinigung verdienen Beschäftigte in Ostdeutschland im Durchschnitt 14 Prozent weniger als im Westen. Bei gleicher Qualifikation. Die Einkommenslücke kann bei Vollzeit bis über 1000 Euro im Monat betragen. Am größten ist der Lohnabstand mit 15 Prozent in Sachsen, am geringsten aufgrund der Nähe zu Berlin mit 11 Prozent in Brandenburg. Das ergibt eine aktuelle Datenauswertung des WSI in der Böckler-Stiftung.

Die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro je Stunde wird in Ostdeutschland für fast ein Drittel der Beschäftigten höhere Einkommen bringen. Im Westen sind es wegen der dort höheren Löhne ein Sechstel der Beschäftigten. Insgesamt werden über sechs Millionen ab Oktober 2022 profitieren. Ein Erfolg des Drucks der Gewerkschaften.

Vergleich der Bruttomonatslöhne in Ost- und Westdeutschland - Balkengrafik ver.di Für gleiche Verdienste im Osten  – Bruttomonatslöhne im Vergleich

Wo Tarifverträge gelten, gibt es nur noch einen kleinen Lohnrückstand des Ostens von zwei Prozent. Eine Leistung der Gewerkschaften für gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West. Allerdings gibt es weiterhin oft längere Arbeitszeiten und geringere Sonderzahlungen. Beschäftigte, die nicht nach Tarif bezahlt werden, bekommen über 20 Prozent weniger Lohn als im Westen. In Ostdeutschland werden aber nur 45 Prozent der Beschäftigten nach Tarif bezahlt, im Westen 54 Prozent. Für weitere Fortschritte sind stärkere Tarifverträge erforderlich und durchsetzungsfähige Gewerkschaften. Organisiert euch!