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    Wenig Geld trotz Vollzeitstelle

    Wenig Geld trotz Vollzeitstelle

    Wenn das Geld nicht für Miete und Lebenshaltung reicht: Jede/r fünfte Beschäftigte in Vollzeit (ohne Azubis) bekam 2020 weniger als 2284 Euro brutto im Monat. Das zeigen die aktuellen Zahlen des WSI in der Hans-Böckler-Stiftung. Der Betrag entspricht zwei Dritteln des mittleren Lohns aller sozialversicherungspflichtig Vollzeit-Beschäftigten.

    Jede vierte Frau ist Geringverdienerin – ein überdurchschnittlich hoher Anteil. Überdurchschnittlich betroffen sind mit zwei von fünf der Beschäftigten auch die unter 25 Jahren und die ohne deutsche Staatsbürgerschaft. In Ostdeutschland ist der Anteil mit fast 30 Prozent erheblich höher als im Westen der Republik mit knapp einem Fünftel. Deutliche Unterschiede gibt es auch zwischen den Branchen: Besonders viele geringverdienende Vollzeit-Beschäftigte arbeiten in Leiharbeitsfirmen (58 Prozent), in der Gastronomie (69 Prozent) sowie in der Land- und Forstwirtschaft (53 Prozent); eher selten arbeiten sie im Öffentlichen Dienst (3 Prozent), im Bereich Erziehung und Unterricht (7 Prozent) sowie in der Metall- und Elektroindustrie (8 Prozent).

    Verteilung der niedrigen Entgelte in Prozent ver.di Niedrige Entgelte

    Dass eine Vollzeit-Beschäftigung oft nicht zum Leben reicht, ist ein Skandal. Starke Gewerkschaften und mehr Tarifbindung sind das beste Rezept dagegen! Wenn viele Beschäftigte einer Gewerkschaft beitreten, können sie in Betrieb und Branche Druck machen und höhere Löhne durchsetzen. Nur gemeinsam sind wir stark!