Publikationen

Steuerflucht: Böcke als Gärtner

Neu erschienen

Steuerflucht: Böcke als Gärtner

In Luxemburg genießen Konzerne exklusive Steuerprivilegien. Ganz offiziell, obwohl sie dort vielleicht nur einen Briefkasten haben. Das zeigen geheime Dokumente, die jetzt ans Licht kamen. Auch andere EU-Staaten wie Irland, Belgien und die Niederlande gewähren Konzernen spezielle Steuervorteile. Amazon, IKEA, VW, Apple, EON, AXA, Deutsche Bank, Commerzbank & Co profitieren. Auf Kosten anderer Staaten, auch Deutschlands. Laut EU-Kommission gehen durch Steuervermeidung und -betrug europaweit bis zu eine Billion Euro im Jahr verloren. Steueroasen sind also nicht nur ferne Inseln. Dennoch gab es kaum Druck auf diese Staaten. Verantwortlich als Regierungschef von Luxemburg war Jean-Claude Juncker.

Wirtschaftspolitik Aktuell ver.di Steuerflucht: Böcke als Gärtner

Seit kurzem ist er Präsident der EU-Kommission. Alles sei legal gewesen, sagt er. Das ist genau das Problem. Die Staaten haben die Steuerflüchtigen angelockt und hätscheln sie bis heute. Jetzt diskutiert sogar Finanzminister Schäuble, Niedrigsteuern für Gewinne aus Patenten und Lizenzen einzuführen – weil andere es auch so machen. Mit solcher Politik muss Schluss sein. Konzerne müssen offenlegen, wo sie produzieren und ihre Geschäfte machen. Dort müssen sie auch ihre Gewinne versteuern. Und wir brauchen einen EU-weiten hohen Mindeststeuersatz auf alle Unternehmensgewinne. Dann wäre genug Geld da für ein wirkliches Zukunftsprogramm der EU mit Millionen neuer Arbeitsplätze.