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Mindestlohn-Schwarzarbeit?

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Mindestlohn-Schwarzarbeit?

„Mindestlohn führt zu mehr Schwarzarbeit.“ So berichteten viele Medien über Ergebnisse einer neuen Studie. Danach soll es durch den Mindestlohn 2015 mehr Schwarzarbeit im Wert von 1,5 Milliarden Euro geben. Selbst wenn das so wäre: mit 0,05 Prozent der Wirtschaftsleistung wäre es kaum messbar wenig. Die Studie sagt selbst, dass nur ein kleiner Teil der Millionen Jobs, die vom Mindestlohn profitieren, in die Schwarzarbeit gedrängt würden.

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Aber die Zahl ist sowieso nur Hokuspokus. Zugrunde liegt ein Modell, bei dem höhere Abgaben und Lohnkosten immer zu mehr Schwarzarbeit führen. Gemessen oder wissenschaftlich erforscht wird dabei nichts. Wie unseriös die ganze Studie ist zeigt die Behauptung, ein Achtel unserer gesamten Wirtschaftsleistung würde „schwarz“ erarbeitet. Realistische Schätzungen gehen von maximal drei Prozent aus. Sonst müsste annähernd jeder fünfte Erwachsene Vollzeit „schwarz“ arbeiten. Das ist genauso aus der Luft gegriffen wie die Katastrophenwarnungen beim Mindestlohn. Studien hatten „nachgewiesen“, der Mindestlohn würde hunderttausende Jobs vernichten. In der Wirklichkeit: Fehlanzeige. Jetzt wird mit neuen Behauptungen versucht Stimmung zu machen.

Tatsächlich kann man genau anders herum argumentieren: Der Mindestlohn führt zu weniger Schwarzarbeit, weil bei höheren Löhnen für viele der Druck nachlässt, schwarz zu arbeiten. Vor allem aber erschwert er Schwarzarbeit, wenn Löhne und Arbeitszeiten richtig erfasst und kontrolliert werden.