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Tarifverträge stärken!

Tarifverträge stärken!

Seit zwei Jahrzehnten schwindet die Reichweite von Tarifverträgen. Das, was ver.di, IG Metall und Co. aushandeln, kommt heute nur noch bei drei von fünf Beschäftigten an. Seit 2001 ist die Zahl der Beschäftigten mit Tarifschutz um fast 1,3 Mio. Menschen zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten ohne Tarifvertrag um 4,3 Mio. Personen. Weniger Tarifschutz bedeutet weniger Lohn, längere Arbeitszeiten, unsichere Jobs, weniger Urlaub und weniger Entwicklungschancen. Zudem wachsen ohne Tarifverträge die Einkommensunterschiede.

Politik kann Tarifverträge stärken. Dafür müssen prekäre Jobs eingedämmt werden. Zudem müssen Tarifverträge verbindlicher gemacht werden – sie sollten künftig so lange kollektiv nachwirken, bis ein neuer Tarifvertrag an ihre Stelle tritt. Ferner muss es einfacher werden, Tarifverträge als allgemeinverbindlich zu erklären. Dann können sich Arbeitgeber ihnen nicht mehr entziehen.

Ohne Tarifvertrag ist alles doof Bastian Klamke Tarifverträge stärken!

Im Wahlkampf loben fast alle Parteien unser Tarifsystem. Zu Recht. In der politischen Realität sieht es jedoch anders aus. CDU/CSU und FDP tun nichts, um Tarifverträge zu stärken. Gleichzeitig wollen sie die geringfügige Beschäftigung ausweiten und das Streikrecht einschränken. Die AfD interessiert sich gleich gar nicht für den Tarifschutz der Beschäftigten. SPD, Grüne und Linke hingegen wollen die Verhandlungsmacht der Beschäftigten stärken. Sie haben viele gewerkschaftliche Forderungen zur Stabilisierung des Tarifsystems übernommen. Am Sonntag haben wir die Wahl.