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Amazons faule Eier

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Amazons faule Eier

Seit rund zwei Jahren kämpft ver.di für einen Tarifvertrag beim weltweit größten Online-Versandhändler Amazon. Im Ostergeschäft hat ver.di den Druck erhöht. An fünf Standorten sind Beschäftigte am Montag in den Ausstand getreten.

Befristungen am laufenden Band, gesundheitsgefährdender Leistungsdruck und wenig Respekt zeichnen die Arbeitsbedingungen bei Amazon aus. Da beschwören die Unternehmer doch tatsächlich ein „Bürokratiemonster“ wenn es beim Mindestlohn um die schlichte Erfassung von Beginn und Ende der Arbeitszeit geht. Dass bei Amazon die Beschäftigten minutiös überwacht werden, hat aber noch kein Arbeitgeber kritisiert. Dabei ist die Überwachung dort wahrlich monströs. In sogenannten Inaktivitätsprotokollen wird Beschäftigten vorgehalten, sie seien zum Beispiel „zwischen 08:15 Uhr und 08:17 Uhr inakativ“ gewesen!

Wirtschaftspolitik aktuell 7 / 2015 ver.di Amazons faule Eier

 

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Amazon hat nicht nur zentrale Bedeutung für die Beschäftigten bei Amazon selbst, sondern für den gesamten Einzelhandel. Wenn Großkonzerne sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen, heizt dies den Verdrängungswettbewerb im Handel massiv an. Leidtragende sind dann letztlich alle Beschäftigten. Verlässliche, existenzsichernde und humane Arbeitsbedingungen müssen per Tarifvertrag garantiert werden. Sonst ist Amazon bald überall!