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Geteiltes Leid ist halbes Leid

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Geteiltes Leid ist halbes Leid

Millionen Beschäftigte müssen im nächsten Jahr mehr Geld für ihre Gesundheit ausgeben. Im Durchschnitt werden die Krankenversicherungsbeiträge wahrscheinlich um 0,2 Prozentpunkte steigen. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro sind das sechs Euro im Monat.

Ungerecht ist: Erhöht wird nur der Zusatzbeitrag, den die Versicherten alleine zahlen müssen. Er beträgt bisher schon im Durchschnitt 0,9 Prozent. Für die Arbeitgeber ändert sich nichts. Ihre Beitragssätze wurden auf 7,3 Prozent festgeschrieben. Angeblich soll diese Deckelung der „Lohnnebenkosten“ Arbeitsplätze schützen. Tatsächlich handelt es sich um eine pure Umverteilung zugunsten der Unternehmer. So werden auch alle künftigen Beitragssteigerungen voll auf die Beschäftigten abgewälzt.

Krankenkassenbeiträge, Lohnnebenkosten ver.di Geteiltes Leid ist halbes Leid

Dabei profitieren auch die Arbeitgeber von einer guten Gesundheitsversorgung, welche die Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten sichert. Und auch die Arbeitgeber sollten einen finanziellen Anreiz haben, dass die Beschäftigten gesund bleiben und die Kosten der Versorgung mit medizinischen Leistungen und Medikamenten nicht explodieren.

Ver.di fordert daher, dass die Arbeitgeber wieder die Hälfte der gesamten Versicherungsbeiträge zahlen. So wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Diese paritätische Lastenverteilung würde für alle Beschäftigten spürbar mehr Netto bedeuten, gleichzeitig die Kaufkraft und damit die Konjunktur stärken. Die Wirtschaft kann sich das leisten - die Profite haben längst wieder Rekordniveaus erreicht.