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Gelbe Umverteilung

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Gelbe Umverteilung

In den letzten Tagen blieben viele Briefkästen leer. Bilder mit Bergen von Paketen und Briefen machen die Runde. Über 30.000 Postler streiken. Sie wehren sich gegen die organisierte Tarif- und Mitbestimmungsflucht ihres Arbeitgebers.

Im Januar hatte die Post AG 49 neue Regional-gesellschaften gegründet, in die bisher 6.500 Paketzusteller und -zustellerinnen ausgegliedert wurden. Dort bekommen sie jetzt weniger Lohn für gleiche Arbeit. Sie müssen auf bis zu 20 Prozent Gehalt verzichten. Die meisten Betroffenen waren befristet beschäftigt. Das Management setzte ihnen die Pistole auf die Brust: Gehaltskürzung oder Kündigung.

Post-Chef Frank Appel behauptet, der weltgrößte Logistikkonzern müsse mit niedrigeren Löhnen wettbewerbsfähiger werden. Der gelbe Riese ist aber wirtschaftlich kerngesund. Er baut auf einem wachsenden Paketmarkt seine Markt­führerschaft Jahr für Jahr aus.

Poststreik ver.di Poststreik

Das gelbe Lohndumping hat allein den Zweck, die Taschen der Aktionäre und Vorstände noch mehr zu füllen. Der Postvorstand hat seinen Anteilseignern bis 2020 ein jährliches Gewinnplus von acht Prozent zugesagt. Der Konzerngewinn soll auf fünf Milliarden Euro steigen. Über die Hälfte des Gewinns sollen die Aktionäre bekommen. Postchef Appel bezieht jetzt ein Jahressalär von 9,6 Millionen Euro – das ist 300 Mal soviel wie Beschäftigte im Durchschnitt ver-dienen.

Ein noch größeres Stück vom Kuchen für Vorstand und Aktionäre, aber die Beschäftigten sollen den Gürtel enger schnallen! Dazu sagen wir Nein!